Historie der Arbeitsgruppe 'Zellkulturtechnik'

Die Arbeitsgruppe Zellkulturtechnik der Technischen Fakultät wurde 1988 von Prof. Dr.-Ing. Jürgen  Lehmann, der bis zu diesem Zeitpunkt in der Gesellschaft für biotechnologischen Forschung (GBF) in Braunschweig tätig war, gegründet.

Die Idee, die dieser  Gründung zugrunde lag, war eine zellbiologische Abteilung mit einer technischen Auslegung von Kultivierungs-prozessen zu verwirklichen. Damit konnte der rasanten Entwicklung in der Biotechnologie, insbesondere im Bereich der Zellkultur, Rechnung getragen werden.

Es entstanden 600 qm Laborfläche und ein Technikum mit einer Größe von 150 qm, welches die Möglichkeit bietet, auch industrierelevante Projekte zu bearbeiten.

Von 1990 bis 2005 wurden in der Arbeitsgruppe 38 Promotionen und mehr als 100 Diplomarbeiten erfolgreich durchgeführt und zahlreiche Drittmittelprojekte unterschiedlicher Geldgeber (EU, BMBF, Industrie, DFG, u.a.) bearbeitet.

Aus dem Lehrstuhl entstanden mit den Firmen Innovatis und BiBiTec zwei erfolgreiche Firmenausgründungen.

Die BiBiTec Gesellschaft für Prozessentwicklung, gegründet 2001 von Prof. Dr.-Ing. J. Lehmann und anderen, ist spezialisiert auf die Herstellung von Proteinwirkstoffen mittels tierischer Zellkuturen unter Pharmabedingungen. Die BiBiTec entwickelte für ein Tochterunternehmen der STADA Arzneimittel AG einen Prozess zur Herstellung eines EPO-Biosimilars, das Ende 2007 die europaweite Zulassung erhalten hat. Das Material für die klinischen Studien wurde in Bielefeld produziert. Für die Marktversorgung wird dieses EPO-zeta bei der Norbitec in Uetersen, bis 2007 ein Joint-Venture der BiBiTec, produziert. Insgesamt wurden durch diese Gründungen mehr als 100 Arbeitsplätze geschaffen und zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bielefeld erhielten eine Anstellung.

Seit 1999 besteht der Studiengang „molekulare Biotechnologie“ in der Technischen Fakultät, der bis 2004 als Diplomstudiengang angeboten wurde und seitdem als Bachelorstudiengang mit konsekutivem Masterprogramm gleichen Namens erfolgreich durchgeführt wird. Dabei wird der Entwicklung Rechnung getragen, dass in der Wissenschaft zunehmend mlekulare Aspekte der Biotechnologie in den Vordergrund treten, die durch klassische Ausbildung in der Biotechnologie nicht genügend berücksichtigt werden.

Prof. Dr. Thomas Noll, leitete bis 2005 die Arbeitsgruppe Zellkulturtechnik im Forschungszentrum Jülich und folgte nach der Pensionierung von Prof. Lehmann dem Ruf nach Bielefeld.